Der Amoklauf in Schweden ist schon fast wieder vergessen - die Schlagzeilen widmen sich anderen Themen, wie das in unserer Zeit eben ist. Aber: Alle, die ein Interesse daran haben, Amokläufe und Gewalt zu verhindern lade ich ein, ein interessantes Buch zu lesen:
Karl E. Dambach; Wenn Schüler im Internet mobben - Präventions- und Interventionsstrategien gegen Cyber-Bulling - München, Basel, (3. Aufl.) 2009 (Reinhard Verlag)
Der Autor informiert nicht nur über die Problematik von Mobbing im Internet, sondern öffnet einem die Augen für Mobbing allgemein und die gruppenpsychologischen Vorgänge im Hintergrund. Neben einem Kapitel über juristische Lösungsversuche geht er vor allem auf Prävention ein. Dabei sieht er zu Recht, dass Prävention keineswegs nur auf der kognitiven Schiene laufen darf, wenn sie erfolgreich sein will, sondern auch die emotionale Seite von Jugendlichen ansprechen muss - eine Erfahrung, die alle guten Pädagogen teilen werden.
Hilfreich ist ein ganz konkreter Entwurf für eine Unterrichtseinheit, die die sozialen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Blick auf Mobbing-Opfer in der Klasse fördert.
Ein ausführliches Literaturverzeichnis macht dieses Buch aus meiner Sicht nicht nur im Blick auf Internet-Mobbing, sondern auch im Blick auf Amok-Prävention zu einem hilfreichen und lesenswerten Werk. Sowohl Lehrerinnen und Lehrern als auch allen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben (z.B. Pfarrerinnen und Pfarrer) sei dieses Buch ans Herz gelegt.